{"id":252,"date":"2013-07-03T15:36:27","date_gmt":"2013-07-03T13:36:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mikomma.de\/pub\/?page_id=252"},"modified":"2022-11-30T21:04:33","modified_gmt":"2022-11-30T20:04:33","slug":"karl-komma","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.mikomma.de\/pub\/","title":{"rendered":"Karl Michael Komma"},"content":{"rendered":"<h5>Musiker &#8211; Wissenschaftler &#8211; P\u00e4dagoge<\/h5>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-253 alignleft\" src=\"http:\/\/www.mikomma.de\/pub\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/kmkomma.jpg\" alt=\"kmkomma\" width=\"283\" height=\"219\" \/>Karl Michael Komma wurde am Heiligen Abend des Jahres 1913 im b\u00f6hmischen Asch geboren. Die Eltern interessierten sich f\u00fcr Kunst und Musik, und der Gro\u00dfvater Eduard Adler verstand es mit seinem Klavierunterricht, in dem kindlichen Talent Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Geheimnisse des Musizierens zu wecken: Mit f\u00fcnf Jahren sa\u00df Karl Michael bereits am Klavier, bald darauf \u00fcbte er sich auf der Geige, und mit acht Jahren verschaffte er sich das n\u00f6tige Papier, um seine ersten eigenen Sch\u00f6pfungen zu notieren. Als Zehnj\u00e4hriger entdeckte er schlie\u00dflich die Orgel f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>Nach dem Abitur (1932) wurde er an der Deutschen Akademie f\u00fcr Musik und Darstellende Kunst in Prag Sch\u00fcler von Fidelio F. Finke (Komposition), Franz Langer (Klavier) und Georg Szell (Dirigieren), w\u00e4hrend er an der dortigen Deutschen Universit\u00e4t Anglistik und Musikwissenschaft studierte.<\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter ging er zur Vertiefung der theoretischen Kenntnisse nach Heidelberg, wo ihn Heinrich Besseler und Wolfgang Fortner (Tonsatz) unterwiesen. Mehr beeindruckten ihn allerdings Max Reger und der junge Paul Hindemith \u2013 und nachdem er 1936 mit der Dissertation <em>Johann Zach und die tschechischen Musiker im deutschen Umbruch des 18. Jahrhunderts<\/em> seinen \u00bbDr. phil.\u00ab erworben hatte, wandte er sich wieder dem musikalischen Spiel zu: Die M\u00fcnchner Urauff\u00fchrung seines <em>Concertino f\u00fcr Cembalo, Fl\u00f6te und Streicher <\/em>1938 kommentierte ein Rezensent mit den Worten \u00bbAus dem Komma wird ein Rufzeichen werden!\u00ab<\/p>\n<p>Der Einberufung entging Komma aufgrund gesundheitlicher Probleme. So konnte er von 1940 \u2013 dem Jahr seiner Verm\u00e4hlung \u2013 bis zur Vertreibung aus dem Sudetenland die Leitung der Franz\u2011Schubert\u2011Musikschule von Reichenberg \u00fcbernehmen. Mit seiner Frau Lotte sowie den T\u00f6chtern Sibylle und Barbara kam er nach dem Ende des Krieges nach Wallerstein bei N\u00f6rdlingen, wo der Sohn Michael geboren wurde.<\/p>\n<p>Ein Lehrauftrag f\u00fcr Musik am Progymnasium von Bopfingen sowie eine F\u00fclle an Vortr\u00e4gen und Konzerten schlossen sich an, bevor Karl Michael Komma 1954 an die Staatliche Hochschule f\u00fcr Musik und Darstellende Kunst nach Stuttgart berufen wurde und mit seiner Familie nach Reutlingen \u00fcbersiedelte. 1960 folgte dem Lehrauftrag eine Professur f\u00fcr Komposition, Theorie und Musikgeschichte. \u00bbDu sollst nie vergessen, da\u00df du f\u00fcr Menschen komponierst\u00ab lautete die Maxime, an die sich Karl Michael Komma stets gehalten hat.<\/p>\n<p>Nach der Emeritierung (1978) war Komma noch bis 1988 in Stuttgart als Lehrbeauftragter f\u00fcr Kirchenmusikgeschichte t\u00e4tig. Daneben hatte er sich in seiner Wahlheimat Reutlingen l\u00e4ngst um das ehemalige <em>Schw\u00e4bische Symphonieorchester <\/em>verdient gemacht, das durch seine Anregungen als <em>W\u00fcrttembergische Philharmonie <\/em>weit \u00fcber die Grenzen der Region hinaus von sich reden machte. Ferner initiierte er eine <em>Gesellschaft der Musikfreunde <\/em>sowie die Reihe \u00bb<em>musica nova<\/em>\u00ab, deren Geschicke er zwei Jahrzehnte f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Als Karl Michael Komma am <a href=\"http:\/\/mikomma.de\/kmk\/kmk_230912.pdf\">23. September 2012<\/a> in Memmingen starb, war er beinahe 99 Jahre alt. Er hinterl\u00e4sst \u2013 neben zahlreichen musikwissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen \u2013 ein vielschichtiges musikalisches \u0152uvre, in dem allein rund zwei Dutzend Kompositionen f\u00fcr Klavier solo, mehr als drei\u00dfig Orgelwerke, siebzig Kammermusiken, eine gro\u00dfe Zahl an Ges\u00e4ngen und Liedzyklen sowie um die drei\u00dfig symphonische beziehungsweise konzertante Partituren zu finden sind \u2013 nicht zuletzt der <em>Tanz des gro\u00dfen Friedens<\/em>, mit dem der K\u00fcnstler 1993 in die Fu\u00dfstapfen des ber\u00fchmten Kollegen Richard Strauss trat: Nach diesem n\u00e4mlich war er der erste deutsche Komponist, der f\u00fcr das japanische Kaiserhaus komponierte.<\/p>\n<p>Eckhardt van den Hoogen (2013, <a href=\"http:\/\/www.proclassics.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PRO CLASSICS<\/a>)<\/p>\n\n<script>\nvar zbPregResult = '0';\n<\/script>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musiker &#8211; Wissenschaftler &#8211; P\u00e4dagoge Karl Michael Komma wurde am Heiligen Abend des Jahres 1913 im b\u00f6hmischen Asch geboren. 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