
Biographie (aus dem Werkverzeichnis)
Karl
Michael Komma wurde am 24. Dezember 1913 in Asch (Böhmen) als viertes Kind von
Marie Elisabeth und Georg Adam Komma geboren. Ebenso wie seine älteren
Geschwister Hermann, Helene und Eduard erhielt er schon im Alter von fünf
Jahren regelmäßig Klavier- und später auch Violinunterricht
von seinem Großvater Eduard Adler. Bereits mit acht Jahren begann er, kleine
Stücke zu komponieren, und mit zehn Jahren entdeckte er das Orgelspiel für sich.
Schon während seiner Schulzeit in Eger und Asch spielte die Musik eine zentrale
Rolle in seinem Leben.
Nach dem
Abitur 1932 folgte er Helene und Eduard nach Prag, wo er an der Deutschen
Akademie für Musik und Darstellende Kunst Komposition bei Fidelio F. Finke,
Klavier bei Franz Langer und Dirigieren bei Georg Szell, sowie an der Deutschen
Universität Prag Musikwissenschaft bei Gustav Becking
und Anglistik studierte. Hier begegnete er auch erstmals Lotte Scholze, einer
Freundin seiner Schwester. Auf Anregung seines Onkels Hans Adler wechselte er
1934 an die Universität Heidelberg, wo er bei Heinrich Besseler
Musikwissenschaft studierte und bei Wolfgang Fortner
Kompositionsunterricht nahm. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. 1936 (Thema „
Als Komma
1939 nach einer Operation zur Rekonvaleszenz bei seinen Eltern in Leitmeritz weilte, traf er Dr. phil. Lotte Scholze wieder,
die er im folgenden Jahr 1940 nach der Übernahme der Leitung der
Franz-Schubert-Musikschule (spätere Landesmusikschule) Reichenberg (Sudetenland)
in Leitmeritz heiratete. Eine Einberufung in die
Wehrmacht blieb ihm aufgrund gesundheitlicher Probleme erspart. Die Töchter
Sibylle und Barbara wurden 1941 bzw. 1943 geboren.
Nach der
Vertreibung gelangten die Kommas 1945 über mehrere Stationen zu Onkel Hans
Adler nach Wallerstein bei Nördlingen, wo Sohn Michael 1947 zur Welt kam. Karl
Michael Komma entfaltete eine rege Vortrags- und Konzerttätigkeit bevor er
einen Lehrauftrag für Musik am Progymnasium in Bopfingen
annahm.
1954 wurde er als Lehrbeauftragter für
Musikgeschichte an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst
in Stuttgart berufen und übersiedelte mit seiner Familie nach Reutlingen. Ab
1960 wirkte er an diesem Institut zudem als Professor für Komposition,
Musiktheorie und Musikgeschichte. Nach seiner Emeritierung 1978 blieb er der
Hochschule noch bis 1988 als Lehrbeauftragter für Kirchenmusikgeschichte
verbunden. Es folgte wiederum eine rege Tätigkeit als Komponist, Organist,
Kammermusik- und Liedbegleiter, sowie als Vortragender, die bis heute anhält.
In Reutlingen
hat er sich um das ehemalige „Schwäbische Symphonieorchester“
bzw. die heutige „Württembergische Philharmonie“ und die Musikschule sehr
verdient gemacht. Er regte die Gründung der „Gesellschaft der Musikfreunde“
und der Reihe „Musica nova“,
die er auch über zwei Jahrzehnte hinweg leitete, an.
Seine Frau
Lotte verstarb nach fast sechzig Jahren glücklicher Ehe1999. Im Jahr 2004
heiratete Karl Michael Komma seine zweite Frau Charlotte Epple.