Limericks

Eine kleine Kostprobe…

Soli für Kontrabaß

Ein Kontrabassist aus Bingen
Kam immer wieder ins Swingen:
Ob Konzert oder Meß’,
Es war alles Jazz,
Was immer die Finger anfingen.

Ein Kontrabassist aus Bolzano
War berühmt wegen seinem Piano.
Wenn alles rumorte
Im donnernden Forte,
Dann seufzte er nur da lontano.

Ein Kontrabassist aus Brüssel
Verwechselte oft die Schlüssel.
Das klang konfus
Und machte Verdruß,
Doch stört’ es ihn selbst kein Bissel.

Ein Kontrabassist aus Bretten,
Der liebte die Flageoletten
Und meint’ in der Tat,
Er sei ein Kastrat
Und sänge Soprankanzonetten.

Ein Kontrabassist aus Dresden,
Der hatte so heftige Gesten,
Daß mitten im Spiel
Sein Partner umfiel –
Und noch dazu einer der besten!

 

Ein Kontrabassist aus Flatow
Spielte so gern pizzicato,
Umarmte den Baß
Und zupfte sich was
Im seligen Dauer-Rubato.

Ein Kontrabassist aus Leipzig
An moderner Musik stets reibt sich.
Er reagiert nur
Auf Moll oder Dur
Und nicht, was so atonal schreibt sich …

Ein Kontrabassist aus Mähren
Pflegte sich stets zu beschweren,
Wenn der Einsatz nicht kam,
Bis den Mut er sich nahm,
Ganz einfach aufzuhören.

Ein Kontrabassist aus Oppeln,
Der haßte das Sechzehntelstoppeln
Und er faßt’ den Entschluß,
von Anfang bis Schluß
kein Achtel mehr zu verdoppeln.

Ein Kontrabassist aus Stuttgart
Beim Üben niemals am Mut spart.
Sei’s auch noch so schwer,
Er kriegt es doch her,
Weil mit dem Fleiß er die Wut paart.

(Gewidmet der Schwiegertochter Jutta Komma)

© kmkomma.de

Hörbeispiel, gesprochen von Renate Hausmann (CD “Zum Gedenken an Karl Michael Komma”):