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Wie fängt man elektrisch
geladene Teilchen ein?
Das ist nicht ganz einfach,
insbesondere wenn man die Teilchen zur Ruhe
bringen will!
Deshalb gab es 1989 auch den
Nobel Prize in Physics dafür.
Mit statischen Feldern ist das
nicht möglich. Man muss vielmehr versuchen, das
Teilchen durch passende Ansteuerung der Felder
"in der Balance zu halten". Kellner schaffen
dieses dynamische Gleichgewicht meist länger als
Rodeoreiter.
Auch Wolfgang Paul benutzte
ein mechanisches Analogon, um dem erstaunten
Publikum seine geniale Idee verständlich zu
machen: In einer Paul-Falle verhält sich ein
elektrisch geladenes Teilchen ähnlich
wie eine Kugel auf einer rotierenden
Sattelfläche im Schwerefeld.
Die Ähnlichkeit
stimmt auch. Man sollte aber nicht in die Falle
tappen, das mechanische Analogon mit der
elektrischen Paul-Falle gleichzusetzen.
Wir setzen die Kugel zunächst
auf einen ruhenden Sattel, der so gebaut ist,
dass die Kugel für y = 0 nicht herunterfällt
(labiles Gleichgewicht in y-Richtung). Aber
schon bei einer Abweichung des Starpunktes von
10-8m in y-Richtung führt die
Kugel nur zwei Schwingungen aus, bevor sie
abstürzt.

Was macht nun eine Kugel, die
unter geeigneten Anfangsbedingungen (Ort und
Geschwindigkeit) auf eine rotierende
Sattelfläche (geeigneter Form und
Winkelgeschwindigkeit) gesetzt wird?
Meistens fliegt sie einfach
raus! Es gibt aber "besonders geeignete"
Anfangsbedingungen und Formen des Sattels, z.B.:
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Sattelform z=a*x^2-b*y^2. Hier a=4, b=3.2, g=10
(MKS-Einheiten).
Sieht eigentlich aus wie ein Tischtennisball auf
Wasser...

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Bei "besonders" geeigneten Anfangsbedingungen schwimmt der Ball auf einem
"präzedierenden Dreieck" beliebig lange:

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Wie obige Simulationen zeigen
ist es theoretisch möglich, eine Kugel auf einer
rotierenden Sattelfläche zu balancieren - und es
gibt auch Experimente dazu. Aber Vorsicht, es
gibt gravierende Unterschiede zur elektrischen
Paul-Falle!
1. In der
elektrischen Paul-Falle bewegt sich das
Teilchen mehr oder weniger auf "Lissajou-Bahnen"
(makroskopisch) mit "mikroskopischen"
Schwankungen (siehe Abbildung rechts). Der
Sattel der elektrischen Paul-Falle (Standard)
rotiert nicht.
2. Im Gegensatz zur elektrischen Paul-Falle,
bewegt sich ein Teilchen auf dem rotierenden
Sattel nicht frei (im Schwerefeld), sondern
erfährt Zwangskräfte durch die
Sattelfläche (leider anholonom).
3. Im Vergleich zur elektrischen Paul-Falle ist
die mechanische hoch chaotisch: Das "präzedierende
Dreieck" ist nur ein Beispiel aus Millionen.
Man sollte also nicht in diese weit verbreitete
Falle tappen:
"Ein Teilchen, das sich im (homogenen)
Schwerefeld auf einer parabelförmigen Fläche
bewegen muss, befindet sich in einem
quadratischen Potential"!
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© M. Komma 12/2010
Siehe auch:
Mechanisches Analogon,
Details |
Elektrisches Analogon | Paul-Falle,
Standard
Methode:
- Bewegung auf rotierendem Sattel: Aufstellen
der Differentialgleichungen mit Lagrangeschen
Multiplikatoren, numerische Lösung mit Maple.
- Elektrische Paul-Falle: Lösung der Mathieuschen
Differentialgleichungen mit Maple. |